Warum wir uns mit Work-Life-Balance in die Unzufriedenheit katapultieren

Warum Work-Life-Balance eine Tragödie auslöst
Die Tragödie
Fatal ist, dass schon allein der Begriff Work-Life-Balance suggeriert, Arbeit sei so schrecklich belastend, dass man die Arbeitszeit maximal verkürzen und im Privatleben ein Gegengewicht produzieren müsse, um sie ertragen zu können.
Die Trennung könnte eine Erfindung einer Industrie sein, die aus der Unzufriedenheit der arbeitenden Menschen Nutzen zieht. Die Last der Arbeit soll durch actiongeladene Urlaube, meditative Retreats oder Wellness-Wochenenden überstrahlt werden. Doch ein Wellness-Wochenende ist nicht die Lösung, sondern nur die Ablenkung vom Problem der Unzufriedenheit im Job!
Work-Life-Balance: Ein schizophrenes Krankheitsbild
Bei genauerer Betrachtung wirkt das Konzept sogar leicht schizophren: Auf der einen Seite sind wir (angeblich) nur glücklich außerhalb der Arbeit, auf der anderen Seite verbringen wir aber die meiste wache Lebenszeit bei der Arbeit.
Schon vom Ansatz aller denkbaren Lösungsmöglichkeiten müsste doch einleuchten, dass die Freizeit, wie auch immer sie gestaltet sein mag, kein effektiver Ausgleich zur Arbeit sein kann. Es macht überhaupt keinen Sinn, den kleinen Teil des Privatlebens zu optimieren, auf den Urlaub oder die Rente zu warten, aber den Großteil der beruflichen Lebenszeit als pure Anstrengung oder sogar Horror zu erleben, innerlich abzulehnen und zu verdrängen.
Statt die Arbeit in ein so grauenvolles Licht zu rücken und dieses Urteil zu zementieren, sollten wir genau diesen Grundgedanken über Bord werfen und die Vorstellung endlich zulassen, dass Arbeitszeit auch sinnvoller und glücklicher Teil der Lebenszeit sein darf und auch sein kann.
Jobglück als die Zukunftslösung
Lasst uns also den Anspruch erheben, Arbeitszeit als sinnvollen und glücklichen Teil unserer Lebenszeit zu erleben! Lasst uns Jobglück erleben. Denn das bewirkt 2 eklatante Vorteile für alle Beteiligten:
1. Es fühlt sich besser an!
Wir brauchen dann nicht mehr in unserer Freizeit etwas auszubalancieren, weil es schon in Balance ist.
2. Wir sind erfolgreicher! Warum?
Weil wir Menschen, wenn wir etwas gernemachen, und das ist Jobglück, dann machen wir es auch gut.
Wissenschaftlich belegt: Glückliche Mitarbeitende sind erfolgreicher
Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Wirkungszusammenhang klar bewiesen: Glücklichere Mitarbeiter zeigen ein höheres Maß an Leistungsbereitschaft. Sie arbeiten erheblich engagierter, schneller, produktiver und zuverlässiger. Sie verfügen tendenziell über mehr Energie, zeigen mehr Eigeninitiative, sind entscheidungsfreudiger und übernehmen mehr Verantwortung. Sie sind in der Regel seltener krank, belastbarer, zuverlässiger, kooperativer und teamfähiger. Darüber hinaus fühlen sie sich dem Unternehmen und ihren Führungskräften mehr verbunden, sind ihnen gegenüber loyaler, stellen ihr Unternehmen sowie die Produkte und Dienstleistungen nach außen überzeugter dar und denken umsatzorientierter. Kurz gesagt: Sie sind erfolgreicher.*
Fazit zu Work-Life-Balance
Work-Life-Balance hat uns in die Unzufriedenheit katapultieren. Die Lösung ist Zufriedenheit auch während unserer Arbeitszeit. Dann gewinnen wir doppelt.
*Dies ist nur eine kleine Auswahl an Vorteilen, die einem Unternehmen nachweislich durch das Jobglück seiner Mitarbeiter entstehen. Vgl. auch Lyubomirsky, King und Diener 2005, die mit ihrer Metastudie über 225 Studien analysierten, die den Zusammenhang zwischen Erfolg und Glück untersuchten.
weitere Quellen/Literatur zu Jobglück:
- Achim Pothmann: „Jobglück – Wie du den Montag lieben lernst“, Humboldt-Verlag, Hannover 2020, 2. Auflage, Seite 33 – 34.
- Achim Pothmann: „Glücklich-erfolgreich führen. Führung, durch die alle gewinnen“, Springer Verlag, Wiesbaden 2021, Seite 7, 8, 13, 50.
Videos zu Work-Life-Balance und Jobglück:
Vorträge zu Jobglück:
- Jobglück – Wie ich mein eigenes Jobglück pushe
- Zusammenarbeit neu denken – Wie mit mehr Jobglück alle gewinnen